Fokus: Corporate Governance & Nachhaltigkeit

Entsprechend ihres gesetzlichen Auftrages konzentriert sich die ÖBAG auf die nachhaltige Wertsteigerung ihres Portfolios. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Erreichen der CO2-Ziele zu – denn mit Beteiligungen an Milliardenkonzernen wie Telekom Austria, OMV und Casinos Austria im Gesamtwert von 23,6 Milliarden Euro verwaltet das Unternehmen sozusagen das Familiensilber der Republik Österreich und hat daher eine besondere soziale Verantwortung, wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der Eröffnung des ersten ÖBAG-Forums „Der Aufsichtsrat in der Praxis“ am 17. Oktober 2019 in Wien betonte.

Pop-up Think Tank

Das ÖBAG-Forum, zu dessen Premiere sich mehr als 200 Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Industrie, aber auch Jungunternehmer sowie die Topmanager der ÖBAG, soll laut ÖBAG Vorstand Thomas Schmid eine neue Plattform für den ständigen Dialog über wichtige Zukunftsthemen und Herausforderungen der österreichischen Wirtschaft werden. Eine Art „Pop up Think Tank“ oder gar „Mini-Davos“, wie am Podium zu hören war, mit Talks, Impulsvorträgen, Keynotes und Diskussionsrunden.

Experten für den Aufsichtsrat

Das Thema des ersten Events war naheliegend – entsendet doch die ÖBAG als Eigentümer in alle Unternehmen, an denen Beteiligungen bestehen, Aufsichtsräte. Geopolitische Veränderungen, technologische Entwicklungen und wachsende wirtschaftliche Unsicherheit verändern die Aufgaben von Aufsichtsräten. „Das BusinessÖkosystem wird immer komplexer, dadurch verändert sich der Arbeitsablauf“, sagte Frithjof Norman Lund, Partner bei McKinsey & Company in Oslo, bei seinem Impulsvortrag im Rahmen des ÖBAG-Forums. Das hat Auswirkungen auf alle Unternehmensbereiche: Eigentümer pochen auf eine Professionalisierung von Kontrollmechanismen. Vorstand und Aufsichtsrat diskutieren strategische Entscheidungen miteinander und passen Maßnahmen in einem kontinuierlichen Prozess an. Lund hat in einer Untersuchung 100 bedeutende Unternehmen in den USA und Europa untersucht: Aufsichtsräte in den USA würden sich vermehrt mit neuen Technologien und Wertschöpfung beschäftigen. In Europa hingegen stehe vor allem Steuer- und Regulationspolitik auf der Agenda.

Fokus Nachhaltigkeit

Das Wachstum ist beachtlich: Vor zehn Jahren noch eine Randerscheinung, hat sich das Volumen von Investmentfonds mit Fokus auf ESG, also Nachhaltigkeitskriterien zu Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, mehr als vervierfacht. Und auch die von einer steigenden Anzahl von Unternehmen – in Österreich etwa vom Verbund – begebenen „Green Bonds“ sind eine Erfolgsstory. Weil immer mehr Investoren bei ihren Anlageentscheidungen Nachhaltigkeit in den Vordergrund rücken, wird ESG so zur Voraussetzung für den Zugang zum Kapitalmarkt. Die Gründe für den Boom sind für Wilhelm Schulz, Leiter der M&AAbteilung EMEA bei Citigroup, ganz einfach: „Wenn ich diese Kriterien in meine unternehmerischen Entscheidungen einbeziehe, generiere ich einen besseren Outcome: Unternehmen, die nur quartalsfokussiert sind, werden nachhaltig nicht erfolgreich sein“, sagte der aus Österreich stammende Banker bei seinem Vortrag am ÖBAG-Forum.

Frithjof Norman Lund
Frithjof Norman Lund
Wilhelm G. Schulz
Wilhelm G. Schulz
Thomas Schmid
Österreichische Beteiligungs AG