Kleine Zeitung, Claudia Haase.

Aktuelle politische Situation hätte keinen Einfluss auf die Arbeit. Neue Strategie wird im Juli vorgestellt.

Er ist ein Intimus von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seit zehn Wochen Chef der neuen Staatsholding Öbag. Unter Thomas Schmid soll die Österreichische Beteiligungs AG anders als die Vorgängerin Öbib eine sehr aktive Rolle in der Verwaltung der Staatsbeteiligungen einnehmen. 574 Millionen Euro Dividende liefern die Unternehmen ab, wurde in der Öbag-Hauptversammlung am Dienstagabend bekannt. Viel Geld, das in neue Beteiligungen fließen und nicht im Budget „verschwinden“ soll. Durch ihr Engagement erwartet die Öbag künftig Dividendenzuwächse. 

Dass eine neue Regierung demnächst wieder ganz andere Prioritäten setzen könnte, damit rechnet man in der Öbag nicht. Breit sei der Konsens im Parlament gewesen, als sie auf den Weg gebracht worden sei. Schmid: „Wir haben einen gesetzlichen Auftrag. Als unabhängige Aktiengesellschaft ist die Öbag durch die derzeitige Situation nicht unmittelbar beeinträchtigt.“ Schon in einem Monat, am 29. Juli, also noch bevor vielleicht politisch Einfluss genommen werden könnte, will die Öbag ihre neue Strategie in Salzburg präsentieren.

Das geplante Beteiligungskomitee steht noch nicht, auch nicht der „Beteiligungsarm“ innerhalb der Öbag, der Neuinvestments sondieren soll. Für größere Übernahmen könnte eine mögliche Kooperation mit der B&C Holding spannend sein.

Ex-Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) hatte die Öbag zuletzt um die Schwergewichte Verbund und BIG Bundesimmobiliengesellschaft bereichert. Große Anteile hält die Öbag auch an PostCasinos AustriaOMV und Telekom Austria. Insbesondere Letztere sollen froh über die neue Öbag-Ausrichtung sein. Mitarbeiterbeteiligungen sind zwar nicht oben auf der Agenda, Schmid würde sie aber positiv sehen.