Installation eines Innovationsfonds ebenso vorstellbar

Wien (APA) – Die Konzentration liegt auf Schlüsselindustrien. Zwar sind keine Einkaufstouren geplant, es werden aber strategisch wichtige Unternehmen für Österreich definiert, wo die ÖBAG an Ort und Stelle sein will, wenn sich auf Eigentümerebene etwas ändert. Als gutes Beispiel kann ein traditionelles und erfolgreiches Familienunternehmen verwendet werden, wo es etwa ein Übergabeproblem gibt.

im Fall des Falles einen Mehrwert durch eine eigene Minderheitsbeteiligung schaffen. Gleichzeitig soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass weitere heimische Investoren einsteigen können und es im Bestfall zu einem Börsengang kommt. Das könnte der Fall sein, wenn Banken wegen neuer Vorschriften Beteiligungen aufgeben müssten. Betont wird, dass der Druck auf die Öffentlichkeit steigt, wenn die ÖBAG wo einsteigen sollte, auch wenn das entsprechende Unternehmen nicht börsennotiert ist.

Vorstellbar ist für die ÖBAG auch die Installation oder Beteiligung an einem Innovationsfonds, wie ihn erst dieser Tage Wirtschaftskammer- und Nationalbankpräsident Harald Mahrer wieder thematisierte. Freilich braucht es dazu vorher einen politischen Beschluss. „Für einen Nachhaltigkeitsfonds bedarf es einer politischen Entscheidung, wir sehen uns aber in Themen wie Nachhaltigkeit und Kapitalmarktorientierung mit diesem Vorschlag stark unterstützt“, sagt Schmid. „Das entspricht auch der Strategie der ÖBAG, Investitionen in grüne Technologien voranzubringen und mehr privates Kapital zu mobilisieren.“

Beim Bestandsportfolio, auf dem der Fokus liegt, gibt es nun ein aktiveres Beteiligungsmanagement mit vordefinierten Zielen. Für jedes Unternehmen ist festgelegt, wie der Wert gesteigert werden soll: Was sind die Hebel, wie will man vorgehen. Die Unternehmensstrategien werden dahingehend abgeklopft, ob sie mit den Eigentümerzielen zusammenpassen. Gleichzeitig betont die ÖBAG, dass man sich als normaler Aktionär fühlt, also salopp formuliert nicht besser sei, als andere Teilhaber. Die Beteiligungsunternehmen sollen in einem langfristigen Ansatz weiterentwickelt werden und so wettbewerbsfähig bleiben.

Insgesamt liegt der Fokus auf Nachhaltigkeit aus der Kapitalmarktperspektive heraus (ESG, environmental social government, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) sowie deren Messbarkeit im Sinne von Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Freilich ist auch die Digitalisierung wichtiges Thema. Die Diversität in den Beteiligungsfirmen soll steigen. Zudem will man Vorreiter in Coporate Governance für Österreich sein.

„Als Staatsholding haben wir eine einzigartige Position, weil wir an einer langfristigen und nachhaltigen Wertsteigerung arbeiten“, so Schmid.