Tiroler Tageszeitung

Die Staatsholding ÖBAG setzt ihre strategische Neuausrichtung um. Bei wichtigen Unternehmen will man an Ort und Stelle sein.

Von einer Neuausrichtung der österreichischen Staatsholding war schon die Rede, als diese noch als ÖIAG firmierte. Inzwischen ist die Phase der verwaltenden ÖBIB überdauert, bei der nunmehrigen ÖBAG gibt es die Neuausrichtung zum aktiven Beteiligungsmanagement bei den Beteiligungsfirmen Post, Telekom Austria, OMV, Casinos und Co. „Die ÖBAG ist die zeitgerechte Antwort auf die Anforderungen des derzeitigen Wirtschaftslebens“,sagte Vorstand Thomas Schmid zur APA. Die ÖBAG ist im Jänner aus der ÖBIB entstanden, der frühere, ÖVP-nahe Generalsekretär des Finanzministeriums wurde Ende März zum Alleinvorstand bestellt.

Der ÖBAG geht es um eine Standortstärkung, eine Stärkung der österreichischen Hauptquartiere der Beteiligungsunternehmen und eine Stärkung des Forschungsund Entwicklungsstandortes Österreich über den Kapitalmarkt. Der Fokus liegt auf den Beteiligungsunternehmen, aber auch Zukäufe sind nicht ausgeschlossen. „Wir agieren nach den Regeln des Kapitalmarkts und haben die positive Entwicklung des Standorts Österreich im Fokus unseres Handelns“,so Schmid. Naturgemäß geht es stark um die Wertsteigerung, um das Dividende-Verdienen für den österreichischen Staat-und es muss mehr werden: Hierbei gibt es ein Novum, dass erstmals ein Ziel der Wertsteigerung definiert wurde.

Die Konzentration liegt auf Schlüsselindustrien. Zwar sind keine Einkaufstouren geplant, es werden aber strategisch wichtige Unternehmen für Österreich definiert, wo die ÖBAG an Ort und Stelle sein will, wenn sich auf Eigentümerebene etwas ändert. Als gutes Beispiel könne ein traditionelles und erfolgreiches Familienunternehmen verwendet werden, wo es etwa ein Übergabeproblem gibt. Bevor ein ausländischer Fonds einsteigt, will die ÖBAG einen Mehrwert durch eine eigene Minderheitsbeteiligung schaffen. Gleichzeitig soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass weitere heimische Investoren einsteigen können und es im Bestfall zu einem Börsengang kommt.

Insgesamt hält die ÖBAG elf Beteiligungen. Der gesamte Portfoliowert beträgt 22,4 Mrd. Euro, der anteilige Unternehmenswert 31,9 Mrd. Euro.